Barrierefreies Wohnen rückt in Bayerns Kommunen stärker in den Fokus: In mehreren Städten und Landkreisen im Freistaat wird derzeit über neue oder ausgeweitete Förderprogramme für barrierefreie Wohnraumanpassungen beraten. Hintergrund ist der steigende Bedarf durch den demografischen Wandel sowie der Wegfall einzelner bundesweiter Förderangebote, die bislang private Umbauten unterstützt haben.
Demografischer Druck nimmt zu: Bayern zählt zu den Bundesländern mit einem besonders starken Anstieg älterer Bevölkerungsgruppen. In vielen Regionen lebt bereits heute mehr als ein Viertel der Einwohnerinnen und Einwohner über 65 Jahre alt. Gleichzeitig stammt ein Großteil des Wohnungsbestands aus Jahrzehnten, in denen Barrierefreiheit keine Rolle spielte. Stufen, schmale Türen und fehlende Aufzüge prägen noch immer den Alltag vieler Menschen.
Kommunen schließen entstehende Lücken: Nach dem Auslaufen einzelner Bundesprogramme prüfen zahlreiche bayerische Kommunen eigene Lösungen. Diskutiert werden Zuschüsse für Maßnahmen wie schwellenfreie Zugänge, bodengleiche Duschen, Türverbreiterungen und technische Hilfsmittel an Treppen. Ziel ist es, Menschen länger ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen und stationäre Pflege hinauszuzögern.
Fördermodelle unterscheiden sich regional: Während größere Städte wie München, Nürnberg oder Augsburg bereits seit Jahren eigene Programme unterhalten, ziehen nun auch kleinere Kommunen nach. Vorgesehen sind Zuschüsse zwischen 1.000 und 5.000 Euro pro Haushalt, teilweise ergänzt durch kostenlose Beratungsangebote. Voraussetzung ist meist, dass die Maßnahmen dauerhaft zur Verbesserung der Barrierefreiheit beitragen.
Beratung gewinnt an Bedeutung: Neben der finanziellen Unterstützung setzen viele Kommunen auf wohnraumberatende Stellen. Diese helfen Betroffenen dabei, sinnvolle Maßnahmen zu identifizieren und Förderanträge korrekt zu stellen. Gerade bei komplexeren Umbauten zeigt sich, dass eine frühzeitige Planung entscheidend ist, um Kosten zu senken und Fördermittel optimal zu kombinieren.
Kombination mit bestehenden Zuschüssen: Kommunale Förderungen sollen nicht isoliert wirken, sondern bestehende Unterstützungen ergänzen. Dazu zählen Zuschüsse der Pflegekasse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen ebenso wie landesweite Programme zur Treppenlift Förderung. Durch die Kombination mehrerer Fördertöpfe lassen sich auch größere Umbauten für viele Haushalte realisieren.
Treppen als häufigste Barriere: In Ein- und Zweifamilienhäusern stellen Treppen weiterhin das größte Hindernis dar. Kommunen berichten, dass Anträge für Maßnahmen an der Treppe besonders häufig gestellt werden. Der fachgerechte Treppenlift Einbau gilt dabei als eine der nachhaltigsten Lösungen, weil er ohne umfangreiche bauliche Eingriffe auskommt und die Nutzung aller Etagen ermöglicht.
Entlastung für Pflege und Angehörige: Kommunalpolitiker verweisen darauf, dass barrierefreie Umbauten nicht nur den Betroffenen helfen, sondern auch Pflegekräfte und Angehörige entlasten. Weniger Stürze, geringerer Unterstützungsbedarf im Alltag und eine höhere Selbstständigkeit wirken sich langfristig positiv auf kommunale Pflege- und Sozialstrukturen aus.
Ausblick auf 2025 und 2026: Für die kommenden Haushaltsjahre planen mehrere Städte und Landkreise, entsprechende Förderbudgets fest einzuplanen oder auszuweiten. Fachverbände begrüßen diesen Schritt, mahnen jedoch an, dass Förderprogramme transparent, leicht zugänglich und langfristig angelegt sein müssen, um echte Wirkung zu entfalten.
Fazit: Bayerische Kommunen erkennen zunehmend, dass barrierefreies Wohnen eine zentrale Zukunftsaufgabe ist. Eigene Förderprogramme schließen Lücken, die durch weggefallene Bundesmittel entstanden sind, und schaffen konkrete Unterstützung vor Ort. Für viele Menschen bedeutet das eine realistische Chance, auch im Alter oder mit Einschränkungen sicher und selbstständig in der eigenen Wohnung leben zu können.