Barrierefreiheit im öffentlichen Raum bleibt ein Dauerthema in Bayern: Obwohl der Freistaat in den vergangenen Jahren Millionenbeträge in den Ausbau von Bahnhöfen investiert hat, sind weiterhin viele Stationen nicht barrierefrei nutzbar. Aktuellen Berichten zufolge erfüllt nur etwa die Hälfte der bayerischen Bahnhöfe die Anforderungen an einen stufenlosen Zugang. Besonders kleinere und ländliche Bahnhöfe hinken dem Bedarf deutlich hinterher.
Zahlen zeigen strukturelles Problem: Von mehr als tausend Bahnhöfen und Haltepunkten in Bayern gelten nur rund 560 als barrierefrei. Das bedeutet konkret: funktionierende Aufzüge, ausreichend breite Bahnsteige, taktile Leitsysteme und stufenlose Zugänge sind vielerorts nicht vorhanden. Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Seniorinnen und Senioren sowie Familien mit Kinderwagen bleibt die Nutzung des öffentlichen Verkehrs damit eingeschränkt.
Hohe Investitionen, langsamer Fortschritt: Der Freistaat Bayern verweist auf laufende Investitionen in Höhe von mehreren Millionen Euro pro Jahr. Allein 2025 flossen rund 17 Millionen Euro in Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit an Bahnhöfen. Dennoch zeigt sich, dass Planung, Genehmigung und Bau oft Jahre in Anspruch nehmen. Gerade bei älteren Stationen erschweren Denkmalschutz, Platzmangel und technische Altlasten den Umbau.
Betroffene berichten von Alltagsproblemen: Für viele Menschen bedeutet ein nicht barrierefreier Bahnhof eine echte Einschränkung der Lebensqualität. Wer auf einen Rollstuhl, Rollator oder Gehhilfen angewiesen ist, kann fehlende Aufzüge oder hohe Bahnsteigkanten nicht kompensieren. Fahrten zu Arztterminen, Behördengängen oder sozialen Aktivitäten werden zur logistischen Herausforderung. Auch Angehörige berichten von zusätzlicher Belastung durch notwendige Begleitung.
Politik unter Handlungsdruck: Das Bayerische Verkehrsministerium betont, dass Barrierefreiheit ein zentrales Ziel bleibe. Weitere Umbauten seien geplant, doch verbindliche Zeitpläne fehlen häufig. Behindertenverbände kritisieren, dass Betroffene zu lange vertröstet würden und fordern klare Prioritätenlisten sowie transparente Fortschrittsberichte. Barrierefreiheit dürfe kein langfristiges Versprechen bleiben, sondern müsse konkret umgesetzt werden.
Wenn Mobilität draußen scheitert, rückt das Zuhause in den Fokus: Viele Menschen reagieren auf die Unsicherheiten im öffentlichen Raum, indem sie ihr eigenes Wohnumfeld anpassen. Barrierefreie Zugänge, sichere Badezimmer und stufenlose Lösungen an der Treppe gewinnen an Bedeutung. Zuschüsse der Pflegekasse sowie Programme zur Treppenlift Förderung helfen dabei, Barrieren im eigenen Haus gezielt abzubauen.
Private Lösungen planbarer als öffentliche Infrastruktur: Während Ausfälle und Verzögerungen im öffentlichen Raum kaum beeinflussbar sind, lassen sich Maßnahmen im privaten Bereich zuverlässig umsetzen. Der fachgerechte Treppenlift Einbau ermöglicht vielen Betroffenen, ihre Selbstständigkeit im Alltag zu erhalten – unabhängig davon, ob Aufzüge an Bahnhöfen funktionieren oder nicht. Diese Entwicklung zeigt, wie wichtig verlässliche Lösungen im direkten Lebensumfeld geworden sind.
Fazit: Der barrierefreie Ausbau der Bahnhöfe in Bayern kommt voran, aber deutlich langsamer als der Bedarf wächst. Solange viele Stationen nicht stufenlos erreichbar sind, bleibt Mobilität für einen Teil der Bevölkerung eingeschränkt. Umso wichtiger werden ergänzende Maßnahmen im Wohnumfeld, die Sicherheit, Selbstständigkeit und Lebensqualität langfristig sichern. Barrierefreiheit muss dabei ganzheitlich gedacht werden – im öffentlichen Raum ebenso wie zu Hause.